... aus der Kinderstube unserer Kulturen

Es ist Ende März und der Frühling lässt immer noch auf sich warten. Zwar können wir auf dem Acker noch nicht arbeiten, da der frisch aufgetaute Boden zu nass ist, um ihn bearbeiten zu können. Aber in den Gewächshäusern ist mittlerweise Einiges los.

 

 

Doro, Lehrling der Freien Ausbildung im 2. Lehrjahr, liebt das Vereinzeln von kleinen Jungpflanzen. Sie genießt die Ruhe und das konzentrierte Arbeiten. Ihr geliebtes Werkzeug dafür ist der hölzerne Pikierstab. Wenn der mal weg ist, gibt´s Ärger! ;-)

 

 

Hier ist sie mit Heidi dabei, kleine Basilikum-Winzlinge zu pikieren. Heidi arbeitet sonst im Landwirtschaftsbüro und in der Kundenkommunikation der Ökokiste. Heute hilft Sie aus, da im Landwirtschaftsteam so viele Leute krankheitsbedingt ausgefallen sind. Für uns eine gute Hilfe und für Heidi eine schöne Abwechslung!

 

 

 

Im kleinen Anzuchtsgewächshaus stehen die Pflanzen, welche am meisten Wärme brauchen. Das sind neben den Tomaten vor allem Paprika, Chili und Basilikum. Auf diesem Bild sind besonders hübsche Ruthje-Exemplare zu sehen, die mit ihren kleinen Härchen ganz kuschelig aussehen.

 

Im neu eingerichteten zweiten, beheizten Anzucht-Gewächshaus stehen nun neun selbstgebaute riesige Tische voll mit all den anderen Jungpflanzen: Brokkoli, Mangold, Salate, Kohlrabi, Petersilie, Koriander und und und... Unser lieber Gärtner Gerd pflegt die Pflanzen mit Herz und Seele!

 

In unserem großen Glasgewächshaus wachsen Radieschen und Spinat, die schon vor einiger Zeit ausgesät wurden. Die Vlies-Bahnen schützten die Jungpflanzen vor der starken Kälte. Nun wird es wärmer und die Reihen sprießen, so müssen wir auch schon langsam die Vogelmiere in Schach halten...

 

Nachwuchs in unserer Mutterkuhherde

Mitten in die grimmige Kälte hinein fanden in kürzester Zeit 4 Abkalbungen in unserer Mutterkuhherde statt. Gerade in den ersten Tagen hatten sie Tag und Nacht eine Rotlicht-Wärmelampe zur Verfügung, um sich warm zu halten. "Eichhörnchen" hat es leider dennoch nicht geschafft und ist gestorben, da es nicht bei der Mutter trinken wollte.

 

Alle anderen Kälber fanden jedoch ohne Probleme das Euter der Mutter und sind wohl auf. Die Milch, welche die Kälber in den ersten Stunden erhalten, ist besonders reichhaltig, die sogenannte "Biestmilch". Diese macht die Abwehrkräfte der Kleinen besonders stark. Die Biestmilch versiegt nach ca. 5 Tagen. Jetzt knabbern Loki und Lewa schon seit ca. 1 Woche am Heu. Gute Heugaben sind wichtig, damit sich der junge Pansen gut entwickeln kann.

 

Die Kälbchen erhalten immer einen Namen, der den selben Anfangsbuchstaben wie die Mutter hat. Den Namen aussuchen darf sich immer die Person, die das neue Kalb entdeckt hat. Bei Belarus war die Namensgeberin unsere FÖJ-lerin Gesine.

09.02.2018 "Eichhörnchen" von "Eiche" (Erstabkalbung) gestorben

23.02.2018 "Loki" von "Lolita" (Erstabkalbung)

27.02. 2018 "Lewa" von "Lovis"

09.03.2018 "Belarus" von "Belinda" (Riesenkuh mit Riesenkalb) :-)

 

 

 

Guidohof auf der Chemnitzer Fairmesse

Am Sonntag, den 4. März 2018 gab es eine schöne Veranstaltung in dem stilvollen Metropolkino in Chemnitz: die Fairmesse.

Die Veranstalter hatten im Foyer einen Raum für regionale Öko-Initiativen geschaffen, die sich mit einem Stand präsentieren konnten. Neben uns stellten sich auch Choco del Sol von der Rochsburg und das Restaurant Peacefood sowie viele weitere Projekte aus Chemnitz und Umgebung. Um 11 Uhr lief der Film "Tomorrow", der positive Beispiele von Öko-Initiativen aus aller Welt aufzeigte. 

 

Der Kinosaal war voll belegt und nach Ende des Films kamen die Gäste zu uns Ausstellern. Wir führten sehr gute Gespräche und konnten Kontakte knüpfen.

 

 

 

 

 

Natürlich hatten wir auch etwas mitgebracht, damit jeder, der wollte, gleich unser frisches Holzofenbrot probieren konnte. So entstanden neue Verbindungen.

 

 

"Es war eine wohltuend positive Veranstaltung, die nach einer Fortsetzung verlangt. Wir gingen erfüllt nach Hause", war das Fazit von Armin, der mit unserem Lehrling Doro vor Ort war.

Treffen der Biobäuerinnen in Indien

Shilpa Kalweshwar treffe ich auf meiner Reise durch ein Land der Gegensätze. So viele Dinge hört man aus diesem Land und ich darf es jetzt selbst erleben. Neben Tempeln und anderen Sehenswürdigkeiten habe ich mir auch einen Ashram ansehen wollen.

Und so bin ich nach Penukonda zum Sri Kaleshwar Ashram gekommen. Ich treffe Menschen, die sich spirituell weiterentwickeln wollen und ich treffe eine Biobäuerin. Denn Shilpa, die Frau des 2012 verstorbenen Ashramgründers lässt ihr Herz für den Ökolandbau schlagen.

Sie möchte mir den Betrieb zeigen und bevor es auf den Acker geht, fahren wir noch schnell bei der Aktion "Woman for Woman" von der Charitable Trust des Ashram vorbei.

 

 

 

Es beeindruckt mich tief, denn seit Januar werden hier monatlich 1.000 schwangere oder stillende Mütter mit einem Beutel natürlicher Nahrungsergänzung und Datteln beschenkt.

Sie strahlen, Shilpa und ich auch. Ebenfalls vom Ashram ausgehend ist eine kostenlose Krankenstation eingerichtet.

 

Doch weiter geht es auf die Farm. Fast die gleiche Anzahl von Hektar und das Wasserproblem verbinden unsere Betriebe. Doch auch große Unterschiede werde ich erfahren. So steht die Handarbeit der Frauen hier als wichtige Tätigkeit für die Reinigung und Weiterverarbeitung der Produkte im Vordergrund. In Deutschland mit Mindestlohn unmöglich.

Ich habe großen Respekt vor den Frauen, die auf den Boden sitzend Körner per Hand aussortieren. Es scheint, als ob sie diese Arbeit gern machen und sind gleich bereit zu zeigen, wie der Reis gereinigt wird, Henna hergestellt wird und wie man hier mit zwei Steinplatten von Hand mahlt. Viele Produkte, die wir in Deutschland auf unserem Teller finden, werden noch so produziert. Dieses Bewusstsein schafft ehrlichen Respekt vor der Nahrung.

Shilpa schaut sich unsere Internetseite an und will viel wissen. Am liebsten alles. In 20 Jahren soll ihr Betrieb auch so aussehen. Viele Pläne hat sie von einem Ökorestaurant und kaltgepressetes Aromaöl, neben Mangos, Kokosnüssen, Reis, Linsen... was sie sowieso schon anbaut. Ihr Zuckerrohr und Kurkuma hat den Ruf, eines der besten in Indien zu sein. Sie möchte gern nach Deutschland kommen, um unseren Betrieb kennenzulernen und neben der Bodenbearbeitung auch noch mehr über die Milchproduktion, Bienenhaltung und Käse zu erfahren. Ok, dann fahren wir eben noch zum Biohof Mahlitzsch und zu Steinerts in die Sächsische Schweiz. Ich würde mich freuen, wenn sie kommt.
Denn ich habe hier viel gelernt und so können wir unser gegenseitiges Lernen für viele nutzbar machen.