Unsere Geschichte

Guido

Die Anfänge waren schwer

Bevor wir 1992 den Hof in Uhlsdorf kauften, lebte hier Guido Müller, der eine gut gehende Landwirtschaft, mit seiner Frau und seinem Sohn führte. Dieser einzige Sohn ist im Krieg gefallen und auch seine Frau starb sehr früh, so dass er viele Jahre allein mit seinem Bruder und einer Aussiedlerfamilie hier lebte. Die Gründung der LPG bedeutete auch für ihn einen großen Umschwung. Denn eigentlich war der Plan, dass sein Neffe Eberhard Franke, der es vorzog Tierarzt zu werden, den Hof übernehmen sollte. Guido Müller war sehr beliebt im Dorf und die Namensgebung ist für uns im Gedenken an den Vorbesitzer und sein Werk geschehen.

EinzugAls wir hier mit zwei kleinen Kindern, Jana (4) und Luise (3 Monate) angekommen waren, glich der Hof eher einer Ruine als einem wohnlichen Ort und wir lebten vorerst in zwei Zirkuswagen. Wir lernten so ziemlich alle Gewerke, um den Aufbau zu bewältigen, denn unsere finanziellen Mittel waren eher bescheiden. Doch es machte uns viel Freude, auch wenn so mancher die Hände über den Kopf zusammenschlug. Wir hatten viel Mut, Enthusiasmus und auch eine Portion Naivität mitgebracht und so schnell konnte uns nichts erschüttern. Als unser drittes Kind Paule zur Welt kam, zogen wir ins Haus um und, wenn auch noch etwas provisorisch, so hatten wir doch ein bisschen mehr Platz für die Kinder zum Spielen.

erster GartenMit unserem einen Hektar Land, der zum Hof gehörte, hatten wir allerdings noch keine Grundlage für unser Leben. Wir verkauften zwar schon die ersten Radieschen, Möhren, Rote Beete und andere Gemüsesorten auf den Markt und Bioladen nach Altenburg, aber die Anbaufläche von ¼ Hektar war doch sehr bescheiden. Doch unser Wahl-Opa und seine Frau, der Schmied und die Schmiedin hier im Dorf, unsere direkten Nachbarn, kamen uns zu Hilfe. Ihre 1,8 ha Ackerfläche durften wir kaufen und nach den drei Jahren Umstellungszeit konnte es losgehen.
erster Markt

Die ersten Erfolge

Inzwischen hat sich Roßbi zu uns gesellt, die uns seit 1992 in dieser schönen, aber auch arbeitsintensiven und geldlosen Zeit begleitete. Auch Tiere kamen fast wie ein Wunder auf unseren Hof, wir bekamen Hühner, zwei Schafe, einen Ziegenbock und eine Kuh geschenkt. Viele Helfer, aus der Dorfbevölkerung und Freunde haben uns in dieser schweren Anfangszeit mit Rat und Tat unterstützt. Ein viertes Kind kündigte sich an und bald durften wir Konstantin in unserer Mitte begrüßen. Und ganz langsam aber stetig wuchs unser kleiner Hof und bald konnten wir regelmäßig auf Märkten in Chemnitz und Altenburg, über Bioläden und auch schon mit sechs Ökokisten nach Glauchau unser Gemüse vermarkten.

erster Laden

Das Interesse wuchs

Doch die Nachfrage wurde größer und wir freuten uns über den Zuspruch den wir erhielten. Armin begann Brot zu backen, doch es fehlte am geeigneten Backofen. Ein altdeutscher Lehmbackofen sollte es sein und an anderer Stelle abgebaut, bekam er bei uns seinen neuen Platz. Jetzt brauchten wir dringend einen kleinen Laden zum „Ab Hof Verkauf“, der bisher aus dem Rübenkeller erfolgte. Das ehemalige Hühnerhaus schien uns dafür genau richtig und bald konnten wir ganz stolz unsere ersten Hofladenbesucher begrüßen. Doch nicht nur hier wurde gebaut, ein altes Fachwerkhaus aus Gosel sollte abgerissen werden. Das fanden wir so schade, dass wir den Plan fassten, bei uns das Gebäude als Pferdestall zu errichten und darunter gleichzeitig einen Lagerkeller zu bauen. Bald konnte unser erstes Pferd Bella einziehen, die kurz darauf mit Janik Gesellschaft bekam.
Hochwasser

Die Witterung fordert ihren Tribut

Durch Höhen und Tiefen ging unser Hofleben, so erlebten wir ein Jahr der extremen Trockenheit und die Überschwemmung unserer Flächen mit Obstanlage in Niederwinkel, die wir ca. 5 Jahre gehegt und gepflegt hatten. Nach der Müllberäumung ergab die Bodenprobe Cadmium-Belastung, die wir als Biobauern natürlich nicht mehr als anbaufähig akzeptieren konnten. Zum Glück konnten wir ein neues 2,5 ha Anbaugebiet dazu bekommen und die Gemüsevielfalt wuchs mit unserer Kundschaft.

erste Oekokiste1

Die Ökokisten werden bekannt

Die Vermarktung lief immer besser und auch unsere Ökokisten bedurften durch den Zuspruch viel mehr Aufmerksamkeit. Fast 100 Kunden pro Woche konnten wir mit unseren Produkten und mittlerweile auch anderen Bioprodukten wie Milch, Käse, Eiern und vielem mehr beliefern und das alles ohne Computer! Das monatliche Rechnung schreiben und die Logistik waren kaum noch schaffbar. Und so wurde auch von uns ein Umdenken verlangt. Wir entschieden uns für ein Computerprogramm von einem Praktiker mit eigenem Hof und Ökokisten und damit sind wir richtig gut gefahren. Viel komfortabler konnte von jetzt an bei uns bestellt werden und mittlerweile lässt der gut funktionierende Online-Shop in Verbindung mit unserem PC-Gärtner-Programm fast keine Wünsche mehr offen.

Photovoltaik

Der Aufschwung kommt

In der Landwirtschaft und Gärtnerei erhöhen sich die Gemüsesätze jährlich und auch die Anbaufläche steigt beträchtlich auf nunmehr 30 Hektar. Nun ist uns auch die Möglichkeit des komplett eigenen Brotgetreides und größerer Kartoffelflächen gegeben. Dafür braucht man natürlich Lagerraum und auch mehr Maschinen, die einen Unterstellplatz benötigen. 2009 wird deshalb unsere Maschinenhalle errichtet, die im Winkel genau nach der Sonne ausgerichtet ist. Denn auf das Dach kam eine 21 KW Photovoltaikanlage, die unseren gesamten Strombedarf abdeckt.

Natürlich ist mit allen Vergrößerungen unseres Betriebes auch die Mitarbeiterzahl gestiegen. Gärtner- und Feldarbeiten, Büro- und Telefonbetreuung, Packen und Ausfahren der Kisten, Hausmeister und Holzarbeiten, Hofladenverkauf und Bestellwesen, Steuerbuchungen und vieles vieles mehr. All die Tätigkeiten werden von kompetenten, einsatzbereiten Menschen in unserem Betrieb besetzt, die unseren Hoforganismus tragen und uns bestmögliche Arbeit an unserer Erde und deren Produkten ausführen lassen.

Team







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